Was ist schlimmer: Fett oder Zucker?

Noch vor nicht allzu langen Zeiten galten Fette als Hauptfeinde einer gesunden Ernährung. Dass Fette fett machen, leuchtete schon jedem Kind ein. Doch heutzutage haben es viele Ernährungswissenschaftler geschafft, aus der Fettfalle herauszukommen. Fette gelten nicht mehr als Hauptfeinde einer ungesunden Ernährung, zumal sie mit den ungesättigten Fettsäuren sowie den Fettsäuren von Omega-3 und Omega-3 auch gesunde Bestandteile aufweisen, auf die der Organismus angewiesen ist. Stattdessen kaprizieren sich fortschrittliche Ernährungswissenschaftler nun eher auf Kohlenhydrate als Hauptproblem. Diese bestehen nämlich aus mehr oder weniger miteinander verzweigten Zuckermolekülen.

Wer zur Vermeidung von Zucker an einer Low Carb Diät teilnimmt, fragt sich, wie viele Kohlenhydrate bei Low Carb pro Tag er noch verzehren darf, um trotzdem abzunehmen. Eine Lösung wird unter diesem Verweis geboten.

Fett besitzt mehr Kalorien, aber…

Nimmt man den Kalorienanteil von Fetten und Kohlenhydraten, würden Fette sich zwar als nachteilig gegenüber Kohlenhydraten erweisen, denn der Kalorienanteil liegt bei Lipiden um 9:4 höher als bei Kohlenhydraten. Doch bei diesem Befund stehenzubleiben, wäre eine Milchmädchenrechnung. Wenn wir Kohlenhydrate verzehren, geschieht mit uns nämlich etwas grundsätzlich anderes als würden wir uns an fetthaltigen Lebensmitteln gütlich tun.

Warum Zucker den Appetit nicht dämpfen kann

Zunächst fällt in diesem Vergleich auf, dass Produkte mit starken Fettanteilen schnell, lange und nachhaltig sättigen. Sobald der Mensch keinen Hunger mehr hat, hört er zu essen auf. Er isst also selten mehr Fette als notwendig. Ganz anders verhält sich dies nun mit Kohlenhydraten. Lebensmittel mit hohen Kohlenhydratanteilen sind zum Beispiel Baguette, Brötchen, Croissants, Nudeln, Burger, Bonbons, Früchte und Schokolade. Wie man sich unschwer vorstellen kann, könnte man Unmengen dieser Lebensmittel in sich hineinschaufeln.

Natürlich versucht sich der gesundheitsbewusste moderne Mensch irgendwann zu stoppen. So wird die Ernährung statt zur Lust zu einer Qual und ist eng mit dem schlechten Gewissen verbandelt. Wir halten also fest: Zucker aktiviert eher den Appetit, als dass er diesen dämpft. Zucker sättigt nur oberflächlich und nicht nachhaltig. Bei diesem Problem nutzen Ernährungswissenschaftler gern die Metapher von Kohle und Papier. Wer Fette (und Eiweiße) zu sich nimmt, heizt nachhaltig und wer auf Zucker setzt, heizt immer nur für eine kurze Zeit mit Papier und hat damit gleich wieder Hunger.

Droge Zucker

Hinzu kommt, dass Zucker kein reiner Nährstoff ist wie Proteine und Lipide. Unter Ernährungswissenschaftlern gilt das „weiße Gift“ bereits als Droge, ähnlich wie Nikotin, Koffein und Alkohol, denn es dockt an den gleichen Transmittern im Gehirn an, die im Verbindung mit dem Belohnungssystem stehen. Deshalb kann man von Zucker genauso süchtig werden wie von Nikotin, Alkohol und Koffein und verzehrt Zucker nicht, weil man kann, sondern weil man muss. Jeder, der süchtig ist, weiß, dass Sucht und eine gesunde und ausgewogene Ernährung sich gegenseitig widersprechen. Wirklich gesunde Nährstoffe wie Vitamin A und Vitamin D werden von Süchtigen hingegen regelmäßig ignoriert.

Kurze und lange Kohlenhydratketten

Wie oben erwähnt, setzen Kohlenhydrate sich aus unterschiedlich langen Ketten von Zuckermolekülen zusammen. Der Fachmann spricht hierbei von ein- und zweikettigen Kohlenhydraten, den Zuckern, sowie den mehr- und vielfachen Zuckerketten, die weniger süß schmecken. Die längerkettigen Kohlenhydrate müssen zudem von den Enzymen länger aufgespalten werden und dringen nicht so abrupt in den Körper. Sie sind insgesamt weitaus weniger bedenklich für die Gesundheit und das Körpergewicht wie die kurzkettigen Kohlenhydrate.

Die Zuckerverbrennung blockiert den Stoffwechsel

Bei der Aufspaltung der kurzkettigen Kohlenhydraten geschieht nun folgendes: Die Insulinpumpe springt an, weil das Hormon Insulin für den Transport von Zucker zuständig ist. Dabei besteht allerdings das Problem, dass solange die Insulinpumpe ihre Arbeit verrichtet, andere Stoffwechselvorgänge gebremst sind. Andere Nährstoffe wie Fette bleiben hintenan und sind nun stärker als vorher gefährdet, sich als Fettpolster am eigenen Körper wiederzufinden. Übrigens landen auch überschüssige Zuckermoleküle als Fettpolster am eigenen Körper. Das ist der Hintergrund für die viel und zurecht beschworene Zucker-Fett-Falle.